Ziele und Auftrag

Die Zielsetzung der Gemeinde ist bestimmt durch den allumfassenden Heilsplan Gottes mit dieser Welt.

Als evangelische Freikirche Hohenloh wollen wir die göttliche Berufung der Gemeinde, in der Welt zu leben, vor Ort in Hohenloh nach dem Vorbild der Bibel ausleben. Dabei orientieren wir uns in drei Richtungen:

Wir sehen uns unter Gottes Herrschaft berufen, Gott zu verherrlichen, Menschen um uns herum zu einer Beziehung mit Jesus einzuladen und Gemeinde zu bauen.

1.  Wir sind berufen, Gott zu verherrlichen und ihn allein als Herrn anerkennen und anzubeten. Das wollen wir tun, indem wir Gott von ganzem Herzen lieben und das in einer Haltung, in der wir Gott in unserem Alltag in die Mitte unseres Lebens und unserer Handlungen stellen – und das mit der Konsequenz, alle Bereiche unseres Daseins von Ihm gestalten zu lassen. So wollen wir gemeinsam unsere Hingabe, das Herz der Anbetung, praktizieren.

2.  Darüber hinaus wollen wir als Gemeinde von Einzelnen Gottes großes Anliegen teilen und Menschen um uns herum die gute Nachricht weitersagen und sie zu einer Beziehung mit Jesus einladen. Wir wollen Menschen aller Altersgruppen und Herkunft den Glauben an den lebendigen und wahren Gott so zugänglich machen, dass sie Ihm mit ihrem ganzen Leben dienen und ihn anbeten wollen.

3.  Als Christen sind wir berufen, Gemeinde in der verbindlichen Gemeinschaft der Gläubigen zu leben: in der lokalen Gemeinde. Hier wollen wir gemeinsam Jesus Christus ähnlicher werden, uns gegenseitig ermutigen und helfen. Die gottgegebenen Gaben und Ordnungen wollen wir der Schrift gemäß praktizieren und dabei nach dem Gebot Jesu Einheit, Liebe und Frieden in unserer Mitte wirken lassen. Wir wollen eine Gemeinde sein, in der Menschen Gott suchen, ihn finden und dann in der Gemeinschaft miteinander Gott loben und die Liebe Gottes leben und erleben können!

Wir verstehen uns als Teil des weltweiten Reiches Gottes, dessen Horizont den Rahmen unserer Gemeinde weit übersteigt. Deshalb suchen wir, wenn möglich, die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden und Werken, die den gleichen Zielen verpflichtet sind.

 

Geschichte

Woher wir kommen

Als christliche Kirche gehen wir zurück auf Jesus Christus und dessen Zusage an Petrus in der Bibel, “Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen” (Matthäus 16,18).

Die Christen stellten sich seit Beginn dieses Glaubens die Frage, wie sie ihren Glauben ausdrücken und in Worte fassen. Wir bekennen uns mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis zu dem biblischen Gott. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden Bekenntnisse, die den gemeinsamen Glauben auf evangelische Weise ausdrückten.

Die geschichtlichen und theologischen Wurzeln unserer Gemeinde gehen zurück auf die Täuferbewegung in Mitteleuropa. Sie wurden zuerst unter dem Namen Wiedertäufer (Anabaptisten) und später meistens als Mennoniten bekannt. Durch anhaltende, heftige Verfolgung im 16. Jahrhundert wichen viele der niederländischen Mennoniten nach Holstein, Hamburg, West- und Ostpreußen, ins Weichsel- und Memelgebiet aus, wo sie als fleißige und kenntnisreiche Kolonisatoren und Landwirte siedelten.

Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wanderten viele deutsche Mennoniten aus West- und Ostpreußen nach Russland, vorwiegend in die Ukraine aus, um das Land zu erschließen. Ihnen wurden viele Privilegien, wie Glaubensfreiheit, Befreiung vom Militärdienst, Selbstverwaltung und einige wirtschaftliche Vorteile versprochen.

Mit der Zeit verwischten sich oft durch wirtschaftlichen Erfolg die Grenzen zwischen geistlichen und weltlichen Interessen. Es kam oft zu Streitigkeiten in den Gemeinden zwischen traditionellen Mennoniten und solchen, die nach der Bibel zu leben wünschten. Ein Zweig der Erweckungsbewegung innerhalb des Mennonitentums in Südrussland Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich zu einer eigenständigen Gemeinderichtung: 1860 wurde die Mennonitische Brüdergemeinde gegründet.

Durch die Revolution in Russland und des darauf folgenden kommunistischen Regimes, waren fast alle Gemeinden durch Verfolgung zerstört bzw. aufgelöst worden. Die in den 60er Jahren hervorkommende Erweckung führte zu Erneuerungen von vielen ehemals bestandenen Gemeinden als auch zu Gemeindeneugründungen.

Aus politisch vorgegebener Registrierungspflicht der Gemeinde und fortwährender Verfolgung und Repressalien, schlossen sich viele Mennoniten-Brüdergemeinden deshalb den Baptisten in Russland an, ohne ihre Glaubensüberzeugung und Tradition wesentlich zu verändern.

So kam es, dass oft der Name ausgetauscht wurde aber im Kern die Brüdergemeinde blieb. Aus diesem Hintergrund und mit der Prägung fortbestehender Mennoniten-Brüdergemeinden, wollten viele doch letztendlich in ihrer Art Gott gehorsam sein und ihm so dienen.

Zur Entstehungsgeschichte

Die Entstehungsgeschichte unserer Gemeinde ist recht eng mit den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der 90er Jahre (und den 25 Jahren darauf) in Deutschland und Europa verknüpft. Angesichts der politischen Umbrüche Ende der 80er Jahre nutze ein Großteil der Deutschen die Möglichkeit, nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Verfolgung, einen Neuanfang in Freiheit in Deutschland zu wagen.

Bedingt durch die Auswanderung einiger Deutscher aus dem Bereich der ehemaligen Sowjetunion schon in den 70er Jahren, bestand in Detmold bereits eine Brüdergemeinde. Aufgrund der erneuten großen Auswanderungswelle vieler Deutscher Ende der 80er wurde die bestehende Brüdergemeinde in Detmold durch den starken Zuzug, regelrecht überfüllt. Es sollten weitere Gemeinden gegründet werden.

So war der Anlass der Gemeindegründung zum einem die Umsiedlung vieler Gläubigen aus der ehemaligen Sowjetunion und zum anderen der Zweck eine Entlastung der bestehenden Brüdergemeinde, die Räumlichkeiten des bestehenden Gemeindehauses gaben keine Alternativen her.

Da die Räume der bestehenden Gemeinde begrenzt waren, wurden nun einige Vorbereitungen zur Gründung einer neuen Gemeinde getroffen. Die ersten Gottesdienste wurden in den Räumen der Gemeinde in der Felix-Fechenbach-Straße durchgeführt, und zwar schon um 8:00 Uhr morgens, also noch vor dem 10:00 Uhr Gottesdienst der ansässigen Gemeinde. Gleichzeitig wurde nach geeigneten Räumen für die Durchführung gesucht. Im Frühjahr 1989 erteilte die Stadt Detmold die Genehmigung, Gottesdienste in der Aula des Schulzentrums in der Sprottauer Straße 9 zu veranstalten.

Am 15. Mai 1989 fand in einem feierlichen Gottesdienst die Aussendung aus der bestehenden Gemeinde statt. Und so entstand die Evangelische Freikirche Heidenoldendorf (damals unter dem Namen Baptisten-Brüdergemeinde e.V.) offiziell als eigenständige Gemeinde mit zunächst 176 Mitgliedern.

Der Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten wurde immer stärker und so begann man im Dezember 1991 mit dem Bau des Gemeindehauses in Heidenoldendorf, Adolf-Meier Straße 36. Das Haus wurde durch Spenden der Mitglieder finanziert und durch freiwilligen und ehrenamtlichen Einsatz fast ausschließlich in Eigenleistung erstellt und nach 17 Monaten Bauzeit feierlich eingeweiht.
In den darauf folgenden Jahren wuchs die Gemeinde stetig, so dass die Gemeinde Ende 2003 ganze 897 Mitglieder zählte. Die Gottesdienste am Sonntag wurden sogar von weit mehr als eintausend Menschen besucht.
„2009 feierten wir als Gemeinde unser Jubiläum – 20 Jahre Bestehen der Gemeinde – und das mit 1036 Mitgliedern. Wir können nicht behaupten, dass wir am Anfang eine Vision hatten zu einer Gemeinde dieser Größe zu werden. Was uns damals bewegte, war das Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach Ermutigung und der Wunsch, den Glauben an Jesus miteinander zu teilen. Gott hat mehr gegeben als wir erbeten haben und uns jemals vorstellen konnten. Es kamen immer mehr Menschen zur Gemeinde. Viele Aktivitäten und Dienstbereiche sind mit der Zeit mehr und mehr geworden. Das alles können wir nur der Treue Gottes zuschreiben.“

Das Gemeindezentrum Hohenloh

Die Evangelische Freikirche Hohenloh wurde  von den Mitgliedern der Evangelischen Freikirche Heidenoldendorf gegründet. Am 11.März 2012 wurde das Gemeindezentrum feierlich eingeweiht. Seit Juni 2012 ist die Evangelische Freikirche Hohenloh eine eigenständige Gemeinde. Die Ältesten David Priss, Jakob Rempel und Willi Klundt leiten die Gemeinde.

Stadtteil Detmold-Hohenloh

Hohenloh ist der jüngste Stadtteil Detmolds. Der Name ist nicht neu, denn schon seit Jahrhunderten wurde dieses Gebiet im Detmolder Nordosten im Volksmund so genannt. Offiziell allerdings trägt der Stadtteil diesen Namen erst seit den 1990er Jahren, als nach dem Abzug der britischen Streitkräfte mitten in der Stadt wertvolles Gelände frei wurde, das zum ersten Mal in seiner Geschichte zivil genutzt werden sollte.

Die erste Besiedlung nördlich der Altstadt fand schon im 19. Jahrhundert durch Arbeiter der beginnenden Industrialisierung statt. Die Industrialisierung wurde erst möglich, als die Eisenbahn endlich auch bis nach Detmold kam. Nachdem die Region  bei der Einführung der Eisenbahn-Technologie sehr zögerlich gewesen war, sollte der Anschluss an eine andere moderne Verkehrsanbindung nicht wieder verpasst werden. So kam es, dass seit den 1920er Jahren Interesse an einem Flugplatz bestand. Von der Stadt wurde dafür der Hohenlohberg ausgewählt und im Herbst 1934 wurde der Flugplatz mit den ersten Flugzeughallen eingeweiht. Es entstand der „Fliegerhorst“, ursprünglich gedacht als örtlicher Flugplatz zu zivilen Zwecken. Jedoch schon nach kurzer Zeit wurde dieser von den Nationalsozialisten in die Vorbereitungen des Zweiten Weltkrieges einbezogen.

Das 109 Hektar umfassende Gelände des Fliegerhorstes wurde der Reichsluftfahrt unterstellt. Im Frühjahr 1935 nahm die militärische „Bauleitung Flughafen Detmold“ ihre Arbeit auf. In den folgenden drei Jahren wurden die Gebäude des Kasernenkomplexes planmäßig errichtet. Im Vergleich zu den zu der Zeit üblichen Kasernenbauten war diese Anlage auffällig modern. Bemerkenswert waren sowohl die äußere, klare Struktur, als auch die Integration von Sportstätten, Gemeinschaftsanlagen und auch die Begrünung (diese sollte der Tarnung dienen). Die Auswahl der Bauform und Baumaterialien wurden dem regional Üblichen angepasst. Nur die in der Stadt Detmold unübliche Schieferdeckung diente den Vorschriften gemäß der Tarnung. Zum gleichen Zweck wurde auf einen Teil der massiven Steingebäude Fachwerk aufgemalt, wohl um eine Gutsanlage bzw. einen Wirtschaftshof vorzutäuschen (Auskunft des Detmolder Stadtarchivars Dr. Andreas Ruppert). Erst während der Nutzung durch das britische Militär entstand der helle, graugrüne Putzanstrich der Fassaden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Fliegerhorst nicht bombardiert, wohl aber von amerikanischen und britischen Jagdflugzeugen angegriffen. Ende März 1945, kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen, wurden große Teile des Flughafens gesprengt. Nach ihrer Ankunft in den ersten Apriltagen 1945 bauten die Amerikaner den Flugplatz zur Nachschubbasis aus. Ein halbes Jahr später kamen die Briten. Während des Kalten Krieges war die Stadt Garnison der 20. britischen Panzerbrigade (Armoured Brigade) der Britischen Rheinarmee, die auch den „Hobart Barracks“ genannten Flugplatz als Hubschrauberlandeplatz nutzte. Alle Gebäude des Areals waren durchnummeriert; die zwei von uns genutzten Gebäude trugen die Nummern 55a (Aula) und Block 60 (Gemeindezentrum). (Informationen zu Hohenloh: Detmold-Hohenloh. Denkmalgeschützte Gebäude und Freiflächen. Herausgeber: Stadt Detmold und http://www.hohenloh-detmold.de)

Block 55a und Block 60

Die Aula (Gebäude 55a) wurde, genau wie das Nachbargebäude, als Turnhalle errichtet. Diese Turnhalle wurde bereits 1946/1947 von der weltbekannten Detmolder Stuckfirma Prof. Lauermann, wohl auch nach seinem Entwurf, zum Kino umgebaut. Hinter der Leinwand befand sich eine große Bühne, davor ein Orchestergraben. Auch Garderoben und Toiletten wurden neu eingerichtet. Die Stuckdekoration aus Gips auf Drahtgewebe wurde mit einem System von indirekter Beleuchtung hergestellt (Informationen dazu von Herrn Heuger, Fachbereich Stadtentwicklung – Stadterneuerung und Denkmalschutz, Stadt Detmold).

Das jetzige Gemeindezentrum (Block 60) ist eines von vier zweigeschossigen Gebäuden in L-Form. Jeweils zwei Baukörper umschlossen einen zur Querachse offenen Hof. In diesen Gebäuden waren die Unteroffiziere untergebracht.

Denkmalschutz

Da es sich sowohl bei dem Gemeindezentrum (Block 60) als auch bei der Aula (ehemaliges Kino, Gebäude 55 A) um denkmalgeschützte Gebäude handelte, galt es schon zu Beginn des Umbauens viele Besonderheiten und Auflagen zu berücksichtigen. Dies betraf sowohl die äußere Gestaltung, z.B. mussten die charakteristischen Merkmale der ehemaligen Mannschaftsgebäude wie die einfachen und klaren Dachflächen mit den in regelmäßigen Abständen relativ kleinen Dachgauben erhalten bleiben. Für das Gebäude 60 wurden außerdem auch zusätzliche Gauben zur Belichtung der Räume zugelassen. Da durch eine Außendämmung entscheidende Details der Fassadengestaltung verdeckt würden, wurden Außendämmungen an diesen Gebäuden nicht zugelassen. Um diese energetisch aufzuwerten, wurden Innendämmungen eingebaut. Vonseiten der Denkmalschutzbehörde wurde gewünscht, dass die historische Ausstattung in Teilbereichen erhalten bliebe. Dieses wurde im sogenannten Verwaltungstrakt realisiert.

 

Umbau des Gemeindezentrums

Von Mai 2006 bis ca. Januar 2008 wurde überwiegend im Gebäude der Gemeinde gearbeitet. Verteilt auf vier Ebenen bietet dieses Gebäude mit seinen ca. 3 800 qm unzählige Möglichkeiten. Danach wurde in beiden Gebäuden parallel gebaut, und im letzten Baujahr 2011-2012 dann überwiegend in der Aula. Alle Räume sind barrierefrei, das heißt, sie sind auch für Menschen mit Behinderungen oder für Kinderwagen zugänglich.

Auf jeder Etage sind Sanitärräume/Toiletten für Menschen mit Behinderungen eingerichtet. Während der Bauphase wurden zahlreiche Räume eingerichtet, die auf die unterschiedlichen Bedarfe und Bedürfnisse der Gemeinde zugeschnitten wurden: Ein Raum für Spielkreise, diverse Räume für die Kinder- und Teenietreffen, ein Jugendraum, eine Bibliothek, Konferenz- und Schulungsräume, ein Café und eine Werkstatt für Holz- und Näharbeiten.

Im Erdgeschoss wurde ein großer, lichtdurchfluteter Speisesaal eingerichtet. Ursprünglich hatte sich dort ein langer, dunkler Flur mit vielen abgeschlossenen kleinen Räumen befunden. Alle Zwischenwände wurden entfernt und anschließend Stahlträger mit ein Gewicht von insgesamt über 40 Tonnen eingebaut. Um Platz zu schaffen, Licht in die Räumen zu lassen, aber auch Transparenz nach außen zu schaffen, wurde auf Vorschlag des planenden Architekten Dipl. Ing. Stefan Brand der Wintergarten /Erweiterungsbau eingebaut. Dieser Raum bietet Platz für 400 Personen. Die technische Ausstattung ist so eingerichtet worden, dass eine Übertragung aus dem Saal dorthin möglich ist.

Sanierung und Umbau der Aula

Die Grundstücksgrenze zur angrenzenden Aula verläuft ungefähr in der Mitte des Glasgangs. Die Aula und die zugehörigen Räume gehören zu der August-Hermann-Francke-Hauptschule (Träger ist der Christliche Schulverein Lippe). Dieses Gebäude wird von der Schule als Aula und von der Gemeinde als Saal für Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen genutzt. Durch den Vorbau wurde sowohl Platz für Garderoben als auch für die Sanitäranlagen geschaffen. Die Zusammenarbeit sah so aus, dass die Baumaterialien für den Ausbau der Aula vom Trägerverein der Schule eingekauft und die auszuführenden Arbeiten von der Gemeinde geleistet wurden. Durch ihre Ausstattung wie z.B. die Bühnentechnik, die Beschallungs- und Lichtanlage ist dieser Raum auch sehr gut für Konzerte und Theateraufführungen geeignet.

Mit einer Größe von ca. 1000 qm bietet die Aula 800 Personen Platz. Um aus dem fensterlosen Kinosaal einen offenen, hellen Raum zu schaffen, wurden an den beiden Seitenwänden großflächige Fenster eingebaut. Die dunkelrote Wandfarbe wurde sorgsam und mühevoll entfernt. Großen Wert wurde dabei darauf gelegt, die charakteristische Stuckstruktur zu erhalten. Die Restaurierungen an der Stuckdecke und wo nötig auch an den Wänden wurden von einer Fachfirma aus Detmold ausgeführt.

Als Sitzgelegenheit wurden fast 700 fest installierte Sitzschalen eingebaut. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, ca. 100 Stühle vor der Bühne aufzustellen. Direkt hinter der letzten Stuhlreihe befinden sich hinter schalldichter Verglasung zwei Räume, in denen Eltern mit kleinen Kindern während des Gottesdienstes Platz nehmen können.

Die Bühne wurde in ihrer Bauweise erhalten, jedoch den aktuellen Nutzungsbedürfnissen angepasst. So wurde die ursprüngliche Bühnendecke aufgeschnitten und eine hydraulische Hebebühne eingebaut. Der offene Orchestergraben wurde zugedeckt (dort befindet sich jetzt die Schaltzentrale für die Medientechnik (Ton- Bühnenbeleuchtung und Video) und ein Taufbecken wurde eingebaut. Die Bühne ist höhenverstellbar und mit einer Vorrichtung für unterschiedliche Bühnenbilder und Vorhänge ausgestattet. Außerdem ist die Aula mit einer hochwertigen Beschallungs-, Licht- und Videotechnik ausgestattet. Hinter der Bühne befinden sich etliche Räume, die z.B. zum Umziehen aber auch für letzte Besprechungen vor Veranstaltungen dienen können, sowie Toiletten.

Die Organisation der Bauphase

Zum hauptamtlichen Bauleiter, Sicherheits- und Gesundheitskoordinator wurde Architekt und Gemeindemitglied Eugen Unruh bestellt. Unterstützt wurde er zuerst von drei, später dann von vier stellvertretenden Bauleitern, die diese Aufgabe ehrenamtlich ausführten. Es wurden auch Fachteams gegründet, die sich an den Fähigkeiten und teilweise beruflichen Ausbildungen der Mitglieder orientierten. Die Mitarbeit war zu jedem Zeitpunkt freiwillig. Die Arbeitszeiten wurden zu Beginn der Bauphase von 8.00 bis 20.00 Uhr angesetzt (mit einer Mittagspause), so hatte man die Möglichkeit – je nach persönlicher Arbeitszeit – entweder vormittags oder auch nachmittags bzw. abends zu arbeiten. An den Samstagen wurde von 8.00 bis 17.00 Uhr gebaut. Während der gesamten Bauzeit sorgten die Frauen der Gemeinde täglich für eine warme Mahlzeit, kalte Getränke, frischen, selbst gebackenen Kuchen und ausreichend Kaffee. Bedingt durch die lange Bauzeit haben sich aber auch hier und da Veränderungen ergeben. So wurden neue Fachgruppen eingerichtet und andere lösten sich auf.

Das Gemeindeleben mit zahlreichen Veranstaltungen ging erst einmal unverändert weiter und führte manchmal auch dazu, dass die Arbeit auf der Baustelle für kurze Zeit ausgesetzt wurde. Um dieses Projekt zu finanzieren, waren die Gemeindemitglieder zu Beginn zu einer freiwilligen Sonderspende aufgerufen, aber auch während der Bauphase wurde bei bestimmten, großen Posten die Gemeinde informiert und um Spenden gebeten. Der Erwerb des Grundstücks und des Gebäudes Block 60 sowie der verbauten Materialien hat ca. 2,8 Millionen Euro gekostet. Zusätzlich hat sich die Gemeinde mit ca. 300.000 Euro an der Ausstattung der Aula beteiligt. Nicht eingerechnet sind Tausende Arbeitsstunden, die von zahlreichen Mitgliedern unentgeltlich geleistet wurden. Finanziert wurde das gesamte Projekt ausschließlich durch Spenden.

Viele Arbeitgeber unserer Mitglieder haben dieses Bauvorhaben dadurch unterstützt, dass es ermöglicht wurde, in den Unternehmen Maschinen zu benutzen und Objekte wie z.B. Möbel, Treppen, Treppengeländer und sonstiges herzustellen. Als Lieferanten haben Arbeitgeber durch ihre Preisgestaltung zur Realisierung dieses Projektes beigetragen.